Essen bestellt: Wohin mit dem Verpackungsabfall?
Keine Zeit zum Kochen, gemütlicher Videoabend mit Pizza, Burger oder Pommes? Dann heißt es oft: Essen beim Lieferdienst bestellen. Doch was tun mit gebrauchten Pizzakartons, Menüschalen und Co.? Korrekt getrennt und entsorgt, können viele dieser Verpackungen recycelt werden – das schont wichtige Rohstoffe und das Klima. Tipps für die richtige Entsorgung und auch zu Alternativen für To-go-Einwegverpackungen gibt die Initiative „Mülltrennung wirkt“.
Essen bestellen, das geht schnell und einfach – wenn man sich bei der Vielzahl von Lieferdiensten entscheiden kann. Pizza, Burger, asiatische oder vegane Gerichte: Das Angebot an Speisen ist so vielfältig wie die mitgelieferten Verpackungen. Und wohin dann mit Pizzakartons, Pommes-Tütchen, Burger- oder Nudelboxen? Werden sie zu Hause richtig entsorgt, können viele dieser Verpackungen recycelt werden. „Das Recycling gebrauchter Einwegverpackungen, beispielsweise aus Aluminium, Kunststoff oder Papier hilft, wichtige Rohstoffe und das Klima zu schonen. Sie richtig zu entsorgen, ist genauso einfach wie die Essensbestellung für den gemütlichen Videoabend. Dabei wollen wir helfen“, sagt Axel Subklew, Sprecher der Initiative „Mülltrennung wirkt“. Sie klärt bundesweit Verbraucher*innen über richtige Mülltrennung auf. Für die umweltfreundliche Entsorgung von Pizzakarton & Co. hat die Initiative „Mülltrennung wirkt“ praktische Tipps zusammengestellt.

Einfache Grundregel hilft bei Abfalltrennung
Erste Orientierung bei der Abfalltrennung bietet eine einfache Grundregel: In die Gelbe Tonne und den Gelben Sack gehören ausschließlich gebrauchte und restentleerte Verpackungen, die nicht aus Papier, Pappe, Karton oder Glas sind. Das sind zum Beispiel Leichtverpackungen aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech oder Verbundmaterialien wie Getränkekartons. Papier, Pappe und Karton kommen in die Altpapiertonne, Glasverpackungen nach den Farben Weiß, Braun und Grün sortiert in die entsprechenden Altglascontainer.
Praktische Tipps: Außer-Haus-Verpackungen für Essen und Getränke richtig entsorgen
Niemals Reste in der Verpackung lassen: Essensreste oder Fett können das Recycling von Verpackungen erheblich stören oder sogar verhindern. Alle Einwegverpackungen, ob Pizzakartons, Menüschalen oder Burger-Boxen, müssen also vor der Entsorgung restlos geleert werden.
Pizzakarton – Altpapier oder Restmüll? Der restentleerte Pizzakarton gehört ins Altpapier.
Wohin mit Kunststoff- oder Aluminium-Menüboxen? Kunststoffverpackungen oder Aluminiumschalen für warme und kalte Speisen kommen – ohne Reste – in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Getrennt von der Schale, gehört auch die Abdeckung von Menüboxen, zum Beispiel aus Aluminium oder Folie, dorthinein. Ebenfalls in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack kommt gebrauchte Aluminiumverpackung von Dönern oder Wraps. Wichtig: Die Folie muss weitestgehend frei von Saucen oder anderen Essensrückständen sein.
Dürfen Verpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen in die Biotonne? Einwegverpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen wie Burgerboxen oder Menüschalen dürfen nicht in den Biomüll. Sie müssen, wie alle anderen Kunststoffverpackungen, in der Gelben Tonne oder dem Gelben Sack entsorgt werden.
Was tun mit Warmhaltebeuteln und anderen Verpackungen aus beschichtetem Papier? Pommes, Frühlingsrollen und ähnliche Speisen werden oft in isolierenden Warmhaltebeuteln geliefert. Sie bestehen außen aus Papier, innen aus Aluminium- oder Kunststoffschichten, die warmhalten und schützen. Verbundverpackungen wie diese kommen in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Das gilt auch für Menüschalen aus beschichtetem Papier oder Karton, in denen zum Beispiel häufig asiatische Nudelgerichte oder Reis verpackt werden.
Mehrweg statt Einweg – Verpackungsabfälle vermeiden: Restaurants, Lieferdienste und Caterer (mit Ausnahme von kleinen Betrieben wie zum Beispiel Imbissbuden) müssen neben Einwegverpackungen auch Mehrwegverpackungen für Außer-Haus-Gerichte und -Getränke anbieten. Kleinere Betriebe, die gesetzlich nicht unter diese Angebotspflicht fallen, müssen Kund*innen erlauben, mitgebrachte Mehrwegbehälter zu nutzen. Für Pizzakartons gilt die Mehrwegangebotspflicht allerdings noch nicht.
Verpackungsabfälle vermeiden: Bereitschaft, auf Mehrweg umzusteigen, noch verhalten
Mit der richtigen Entsorgung von Verpackungsabfällen helfen Verbraucher*innen, die Umwelt zu schonen. Greifen sie jedoch auf Mehrwegalternativen zurück, helfen sie Verpackungsabfälle zu vermeiden. Seit Anfang dieses Jahres müssen Restaurants, Lieferdienste und Caterer (mit Ausnahme von kleinen Betrieben wie zum Beispiel Imbissbuden) neben Einwegverpackungen auch Mehrwegverpackungen für Essen und Getränke zum Mitnehmen und Bestellen nach Hause anbieten. Doch bekannt ist dies laut Umfrage nur 62 Prozent der Menschen in Deutschland. Die Bereitschaft, auf Mehrweg umzusteigen, ist ebenfalls verhalten: Lediglich etwa die Hälfte der Verbraucher*innen würden sich, wenn sie Essen oder Getränke nach Hause bzw. zum Mitnehmen bestellen, für eine Mehrwegverpackung entscheiden.
Verpackungsrecycling ist eine wichtige Rohstoffquelle
Wie effektiv das Recycling von Verpackungen ist, hat das Öko-Institut berechnet: Durch die Verwertung von Verpackungen aus der Gelben Tonne und dem Gelben Sack, aus Glas sowie aus Papier, Pappe und Karton werden in Deutschland jährlich 1,95 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart. Rund vier Millionen Tonnen Sekundärrohstoffe erzeugt das Verpackungsrecycling im Jahr – sie sind eine wichtige Rohstoffquelle für die Herstellung neuer Produkte.